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CHANCENGLEICHHEIT

Barrieren abbauen

Die ganze Stadt im Blick
Altona weiter vorn

Gabi Dobusch

Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Urban Spaces

Aktualisiert: 11.01.2021

Oberhafenquartier

Lukulule e.V. will im Oberhafen sein erfolgreiches Konzept als Entstehungs-, Austausch- und Präsentationsort für urbane Kultur fortsetzen und ausbauen. Die Planungen des neuen Zentrums sehen einen Gesamtflächenbedarf von 600 m2 vor. Mit dem „Jungen Zentrum für urbane Kultur“ entsteht im Oberhafenquartier ein offener Raum mit einem breit gefächerten und niedrigschwelligen Angebot. Die Bürgerschaft hat in 2020 beschlossen, mit Mitteln aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ in einer Höhe von bis zu 500 000 Euro zu unterstützen (Drs. 21/19489).

Standort Wiesendamm

Die Künstler-Genossenschaft „WIESE – theatrales Bildungs- und Produktionszentrum e.G.“ plant in einem Gebäude am Wiesendamm die Etablierung eines festen Standortes als Produktions-, Arbeits- und Bildungszentrums für die darstellenden Künste. Dazu soll eine zum Objekt gehörende Fabrikhalle mit circa 1.400 m2 Bruttogeschossfläche (BGF) mit insgesamt elf Multifunktionssälen und ein 300 m2 großer Bürotrakt mit der Sprinkenhof AG entwickelt werden. Auf Antrag von Rot-Grün hat die Bürgerschaft dafür in 2014 über den Sanierungsfonds Mittel in Höhe von 130.000 EUR bewilligt (Drs. 20/11758).
Mittlerweile sind in 2018 bereits das Junge Schauspielhaus und die Theater Akademie in die unmittelbare Nachschaft umgezogen. Zunächst war vorgesehen, den früheren Standort Gaussstr. bedarfsgerecht auszubauen und weiter anzumieten. Nach langwierigen Verhandlungen mit dem privaten Eigentümer der Flächen hatte sich dieses Vorhaben Ende 2016 zu meinem Bedauern als nicht tragfähig erwiesen. Der neue Standort am Wiesendamm eröffnet mit der unmittelbaren Nachbarschaft der WIESE e.G. sowie der Nähe zum Museum für Arbeit und der Zinnschmelze, dem Hamburger Puppentheater und zu Kampnagel die Möglichkeit, diesen Standort zu einem kulturellen Cluster in Hamburg zu entwickeln.

UNESCO Weltkulturerbe

Im Sommer 2016 wurden - in der 39. Sitzung des Welterbekomitees - die Speicherstadt und das Kontorhausviertel samt Chilehaus in die Liste des UNESCO Welterbestätten der Menschheit aufgenommen. Die Bewerbung war lange vorbereitet worden und war immer wieder auch Thema im Parlament. Die entscheidende Komiteesitzung in Bonn konnten wir live im Internet verfolgen. Damit hat Hamburg nicht nur ein Weltnaturerbe - den Nationalpark Wattenmeer -, sondern auch ein erstes Weltkulturerbe vorzuweisen! Der Infopoint und das Speicherstadtmuseum bieten allgemeine Informationen zum Welterbe, zu touristischen Attraktionen in Hamburg und zu den Museen und Ausstellungen in der Stadt. Im Speicherblock M28 in der Speicherstadt ist außerdem ein neues Zentrum für Hamburgs Kultur- und Kreativwirtschaft entstanden. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft vermietet nach Ausschreibung in 2017 das Erdgeschoss und sechs weitere Böden des Speicherblocks mit insgesamt rund 4.200 Quadratmetern ua an Studios für Musik- und Tonproduktionen sowie Künstler- und Kreativateliers. Mehr als drei Böden stehen für Projekte aus dem Bereich der Virtual-Reality-Technologie (VR) zur Verfügung.
Hintergrund: Die Speicherstadt wurde größtenteils zwischen 1885 und 1927 erbaut. Es handelt sich - auch heute noch - um den größten zusammenhängenden Lagerhauskomplex der Welt. Das sich daran anschließende Kontorhausviertel mit dem Chilehaus von Fritz Höger wurde in den 1920er Jahren erbaut. Hervorgehoben wurde in der Bewerbung neben der architekturhistorischen Bedeutung der Bauten insbesondere die Monofunktionalität der Stätten als historisches Zeugnis der modernen Stadtplanung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert: Das Kontorhausviertel war das erste reine Büroviertel in Europa.
Hamburg hat noch weitere außergewöhnliche Stätten wie etwa den Jüdischen Friedhof Altona oder die Sternwarte in Bergedorf aufzuweisen! (Siehe auch den SPD-Antrag: Sanierung der Hamburger Sternwarte in Bergedorf). Leider waren aber die Bemühungen in diese Richtung bisher nicht erfolgreich.

Planetarium - Zukunft gesichert!

Planetarium-aussen

Planetarium-aussen

Es gestaltete sich kompliziert. Die SPD-Fraktion hatte zunächst 2012 die Weichen für Erhalt und Ausbau des Hamburger Planetariums gestellt. Bis zu 5,6 Mio Euro sollten aus dem Sanierungsfonds 2020 für die dringend benötigten Sanierungsmaßnahmen im Bereich des Sockels und der Dachkuppel dieses denkmalgeschützten Wahrzeichens fließen (vgl. unseren Antrag). Bereits 2013 musste dann nachgesteuert werden (Drs. 20/10106). Insgesamt wurden wurden Haushaltsmittel in Höhe von bis zu 7.446.000 Euro aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020" für den Sockelausbau bereitgestellt. Der Sockelausbau wurde 2017 fertiggestellt und das Planetarium wiedereröffnet. Im laufenden Betrieb mussten noch einige Restarbeiten umgesetzt werden. 2018 konnte die Baumaßnahme beendet werden. Im Zuge der Baumaßnahme ergaben sich Mehrkosten i. H. v. rd. 1.600.000 Euro.
1930 wurde das Hamburger Planetarium im Wasserturm eingerichtet. Das im Stadtpark gelegene architektonisch bedeutsame Gebäude wurde im Laufe der Zeit zu einem weltweit beachteten Planetarium ausgebaut, welches zu den erfolgreichsten der Welt gehört und über die klassische Idee der Planetarien weit hinaus geht. Mit modernster Projektions-, Laser- und Audiotechnik wird dort den BesucherInnen ein einzigartiges multimediales kosmisches Schauspiel geboten.

Neues Denkmalschutzgesetz (2013)

Endlich hat Hamburg ein modernes Denkmalschutzgesetz bekommen! Die Entscheidung für das in den meisten Bundesländern bereits erfolgreich angewandte Ipsa-Lege-Prinzip war überfällig. Von den knapp 5000 erkannten Denkmälern in Hamburg konnten aufgrund des aufwendigen Verwaltungsverfahrens vorher noch nicht einmal die Hälfte unter Schutz gestellt werden - ein völlig unbefriedigender Zustand, zumal der Unterschied zwischen 'erkanntem' und 'eingetragenem' Denkmal den Bürger:innen kaum zu vermitteln war. Gerade im Zuge rasanter urbaner Entwicklungen wie sie die Metropole Hamburg seit Längerem erfährt, kommt dem Denkmalschutz entscheidende Bedeutung zu. Mit der Vorlage des Denkmalschutzgesetzes trug der Senat dem Rechnung und setzte damit eine alte Forderung der SPD-Fraktion um. Das Gesetz sichert das kulturelle Erbe Hamburgs - was gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Nur zu oft sind Denkmalschützer:innen bisher zu spät gekommen, um Bausubstanz zu retten.

Kunst in der Fraktion

Kunst in der FraktionZu den unwahrscheinlichen Orten für Kunst gehören seit Langem die Räume der SPD Bürgerschaftsfraktion im Hamburger Rathaus! Der lange Flur mit Behördencharme, der noch dazu kaum verändert werden darf, samt Vorraum dient seit undenklichen Zeiten immer mal wieder als Ausstellungsraum. Seit 2011 verantworte ich, mittlerweile mit Isabella Vertes-Schütter, die Fortführung der Reihe: Seither präsentieren wir ca. vier Mal im Jahr überwiegend Künstler:innen, die in Zusammenhängen wie Künstlerhäusern und Ateliergemeinschaften arbeiten, zB von Dosenfabrik, Speicherstadt, Ohlendorffturm, Wendenstraße, Sootbörn, frise oder Viktoria-Kaserne. Melden Sie sich hier, wenn Sie ausstellen oder zu den Vernissagen eingeladet werden wollen!

Speicherstadt

Speicherstadt 2015

Jüdischer Friedhof Altona

Grabsteine

Sternwarte

Sternwarte BergedorfDie Hamburger Sternwarte wurde nicht in die letzte deutsche Tentativliste für Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen. In 2021 gibt es aber eine neue Chance. Die Sternwarte Bergedorf wurde zwischen 1906 und 1909 auf dem Gojenberg errichtet. Damals handelte sich um das modernste und größte Observatorium Europas, das auch heute noch eine für den Wissenschaftsstandort Hamburg von Bedeutung ist. Seit 1996 steht das Ensemble unter Denkmalschutz. Zum Erhalt sind in den letzten Jahren umfangreiche Sanierungsarbeiten erfolgt, 2012 hatte die SPD-Bürgerschaftsfraktion unterstützend dafür 500.000 Euro für die bereitgestellt, der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte vorbehaltlich der Kofinanzierung durch Hamburg 1,575 Mio Euro für die Sanierung des Kuppelbaus mit dem Großen Reaktor freigegeben. Der Senat wurde dann von der Bürgerschaft aufgefordert, die vorbereitenden Maßnahmen zur Sanierung so voranzutreiben, dass es spätestens im 4. Quartal 2017 losgehen kann.

Die Peute

Pförtnerhäuschen PeuteImmer wieder kommt es zu Konflikten zwischen Belangen des Denkmalschutzes und anderen Interessen (Hafen!) - normal für eine Großstadt. Im Fall des Gängeviertels konnte eine - allerdings sehr teure - Lösung gefunden werden, die Viktoria-Kaserne ist ein weiteres Beispiel für die Rettung eines Gebäudekomplexes in Kombination mit der Schaffung neuer Räume als Ort für Kunst und Kultur. Auf der Peute gab es nur eine Teillösung: Nr. 22 wurde saniert, 400 m² stehen seit 2016 Kreativen zur Verfügung, auch das Tonstudio konnte weiterarbeiten. Andere Gebäude wurden abgerissen, ua das Pförtnerhäuschen und das frühere Zentrallager, das sich doch nicht als Depot für SHMH eignete.
Auf dem Dach


DATENSCHUTZ